Komplexe Fehlstellungen

Offensichtlich hauptsächlich durch genetische Faktoren bedingt und oftmals durch falsches Schuhwerk oder fehlgeschlagene Vor-Operationen verschlimmert, zeigen sich immer wieder massive Verformungen des gesamten Vorfusses, die den betroffenen (meist) Patientinnen enorme Probleme bereiten; bei diesen Füssen bestehen jegliche Kombinationen aller hier aufgeführten Diagnosen mit entsprechenden Symptomen.

Beispiel einer massiven Vorfuss-Deformität

So leiden diese Patientinnen häufig unter derartigen Schmerzen, dass sie lediglich noch leichte Sandalen tragen können, was insbesondere in der kalten Jahreszeit alles andere als angenehm ist. Sehr oft ist nicht einmal das Barfussgehen mehr möglich!

Hier helfen nun weder Einlagen noch Spezialschuhe, sondern nur eine genau geplante und entsprechend präzise durchgeführte Vorfuss-Rekonstruktion, welche häufig einen Eingriff an sämtlichen Zehen beinhaltet. Es versteht sich wohl von selbst, dass solche Eingriffe sinnvollerweise nicht in einem Anlauf an beiden Füssen gleichzeitig durchgeführt werden (sofern notwendig), sondern an zwei verschiedenen Tagen (allerdings in der gleichen Hospitalisation mit einem Abstand von 2 Tagen; dieses Vorgehen hat sich bei mir sehr gut bewährt).

In solchen Fällen wird auch speziell auf postoperative Schmerztherapie gelegt, sowie auf intensive abschwellende Massnahmen wie Hochlagern, intervallsweises Kühlen und Lymphdrainage.

Selbstverständlich dauert nach solchen Eingriffen die Heilungsphase länger als bei «normalen» Hallux Valgus-Eingriffen und erfordert nebst Geduld auch die aktive Mitarbeit der Patienten!

Die Resultate nach solchen Eingriffen dürfen aber schliesslich als sehr gut bezeichnet werden und gehen deutlich über die Minimalerwartungen der betroffenen Patienten hinaus: nebst der gewünschten Beschwerdefreiheit weisen die Füsse wieder eine gute Funktion, sowie eine normale bis schöne Form auf!

Untenstehende Bilder sollen einen Eindruck davon vermitteln, welche Korrekturen mit den beschriebenen Methoden möglich sind.

Praeop:
Die Patientin, die täglich mehrere Stunden auf den Füssen steht, leidet seit Jahren unter (Dauer-) Schmerzen. Zudem hat sie immer mehr Mühe, passende Schuhe zu finden.

Postop
Die Röntgenbilder zeigen die ausgedehnte Rekonstruktion des rechten Fusses.
Das Resultat nach 6 Monaten kann sowohl funktionell (keine Schmerzen mehr, auch nicht nach mehrstündiger Arbeit auf den Füssen) als auch aesthetisch überzeugen.

1 Jahr postop:
Die Schwellung ist vollständig verschwunden, die Patientin kann stundenlang ohne Beschwerden wandern – und endlich wieder normale Schuhe kaufen, ohne dass sie darin leiden muss!
Zweiter Fall:

Praeop
Als Folge einer Fehloperation vor Jahren litt diese Patientin seither dauernd unter Schmerzen in beiden Füssen, vor allem aber im Bereich der rechten Grosszehe.

Postop
6 Monate nach Verlängerung der Grosszehe (eine gleichzeitige Versteifung liess sich hier nicht vermeiden und musste mit Knochentransplantat durchgeführt werden) ist die Patientin beschwerdefrei, auch nach stundenlanger Arbeit. Zudem wagt sie sich nun wieder, offene Schuhe zu tragen.

1 Jahr postoperativ
Auch diese Patientin ist nach wie vor vollständig schmerzfrei, auch nach mehreren Stunden auf den Füssen.

Dr. med. Urs Graf  ·  FMH Chirurgie
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